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16-13-2012

Dezember 16, 2012

Es ist ein Wunder geschehen. Ich wiege weniger. Trotz dieses epischen Fressanfalls gestern. Manchmal frag ich mich, wieso das alles so ungerecht sein muss. Für Disziplin wird man mit Zunahme bestraft, für Kontrollverlust mit… Gewichtsverlust. Egal. Ich sollte mich lieber freuen.
Ich bringe mir das Kotzen bei. Kotzen. Kotzen Kotzen Kotzen. Ist das ekelhaft? Ja! Aber es klappt immer besser. Und es macht jetzt schon süchtig, ich meine, man fühlt sich beschissen und gut zugleich. Und man hat die Chance Kontrollverlust wieder gut zu machen.
Und genau das ist der Punkt: Es rechtfertigt Fressen. Durch wiederauskotzen kann man es ‚wieder gut machen‘.
Aber man darf die Kontrolle nicht verlieren. Niemals.
Jetzt kämpfen schon 3 Stimmen in mir.
Zuerst die ‚Essen-ist-böse‘-Stimme gegen die ‚Essen-ist-gut‘-Stimme. Dann die ‚Essen-ist-gut‘-Stimme gegen die ‚Kotz‘-Stimme.
Fressen ohne Konsequenzen ist halt doch was schönes. Hach.

Jade

15-12-2012

Dezember 15, 2012

Ich hasse diese Tage, an denen man frühs aufwacht und alles einigermaßen ok ist. Bis man dann auf die Waage steigt. UND MEHR WIEGT ALS MAN WIEGEN SOLLTE. Vielmehr. Obwohl man gestern nur 500 Kcal gegessen hat.
Bei mir hat es so geendet: ich habe diszipliniert angefangen, meinen Reis und Obst für die Reisdiät zu kochen. Dann hab ich angfangen meine Frühstücksportion zu essen. Dann noch die vom Mittagessen. Dann noch die vom Abendessen. Schokolade ( dabei hasse ich Schokolade). Ein Brot mit Aufstrich. Die Dose Aufstrich leer.
Schlechtes Gewissen. 2 Stunden Crosstrainer. Und dann am Abend nochmal Pfannkuchen mit Nutella. Einen nur. Trotzdem zuviel. Ich habs schon nach dem ersten Fressanfall mega bedauert, nicht kotzen zu können, habe es nochmal probiert und…. Es hat geklappt! Es kam zwar nicht viel, etwa 1/10 des Gegessenen, aber darauf kam es mir nicht an. ES HAT GEKLAPPT. jetzt tut mir zwar mein Hals weh und ich hasse mich dafür, dass es überhaupt soweit kommen musste, aber hey. Ich kann jetzt kotzen!

Jade

PS: Der Pfannkuchen war das schlimmste.

Robbie Williams – Candy

10-12-2012

Dezember 10, 2012

Heute: Vorrausschauendes Planen.

Das Ziel jeder Magersüchtigen ist es natürlich, so wenig wie möglich bis gar nichts zu essen. Dabei sollte man aber wenn es geht seinen Tag planen. So ist es zum einen einfacher wenig zu essen, zum anderen aber auch Schwachstellen zu kontrollieren. Hierzu ein paar Tipps.

1. Fressanfälle vorbeugen
Wenn ihr merkt, dass ihr am frühen Abend Hunger bekommt, undin der Vergangeneit keine Probleme damit hattet, das auszuhalten, solltet ihr natürlich nichts essen.
Wisst ihr aber selbst von euch, dass ihr gerne nachgebt, dann esst lieber JETZT etwas. Es ist besser Abends um 18 Uhr noch eine Kleinigkeit zu essen, als es auf 23 Uhr rauszuzögern um sich dann umso mehr reinzustopfen. Danach geht ihr schlafen und wiegt am nächsten Morgen gleich mal 2 Kilo mehr, weil das ganze Essen
a) noch in eurem Körper ist und
b) Nachts wenige Kalorien verbraucht werden und euer Körper Fett anlagert.
Hiermit zum nächsten Punkt:

2. Das tatsächlich Körpergewicht erfahren
Ihr seid frustriert, weil ihr gestern doch nur eine Portion Nudeln zum Abendessen gegessen habt, trotzdem aber womöglich noch zugenommen habt? Probiert es mal damit, die Nudeln mittags zu essen. Ihr habt zwar die gleiche Kcal Zahl zu euch genommen, allerdings liegt genug Zeit zwischen Konsum und Wiegen, wo euer Körper alles wieder ausscheiden konnte. Außerdem habt ihr euch ja nicht direkt nach dem Mittagessen für den Rest vom Tag hingelegt und nichts getan. Ihr habt euch bewegt und eure Organe haben gearbeitet. Das heißt? Richtig, euer Körper hat die Energie der Nudeln höchstwahrscheinlich längst wieder verbraucht. Es steht nicht umsonst überall, dass man nach 16 Uhr nichts mehr essen sollte. Also haltet euch dran.

3. Magenknurren in der Schule/ Arbit vermeiden.
Das kann man natürlich, indem man etwas isst. Aber gerade das wollen wir ja vermeiden. Auch hier hilft es, abends nichts zu essen. Dadurch hat euer Magen über nacht Zeit, sich zusammenzuziehen. Deshalb kann er garnicht knurren, das ensteht nämlich wenn euer Magen sich zusammenzieht, weil er leer ist. Das sind zumindest meine Erfahrungen, und so erkläre ich sie mir.

4. Wassermissbrauch
Klar bringt es was, 2 Liter Wasser auf einmal zu trinken, wenn man Hunger hat. Aber stellt euch mal vor, auf wieviel Volumen ihr damit euren Magen dehnt. Ihr könnt zum Test ja mal zwei Liter in eine Plastiktüte füllen und euch die Größe anschauen. Zudem bleibt Wasser nicht wirklich lange im Magen, ihr bekommt schnell wieder Hunger. Und euer Magen wird rumoren, weil er von 2 Liter Volumen auf quasi 0 ( Magensäure mal ignoriert) schrumpft. Bedingt bringt es zwar was, aber übertreiben sollte man nicht.
( Wenn ihr öfter solche Mengen Wasser auf einmal in euch reinkippt, wird sich euer Magen langfristig nichtmehr auf seine vorherige Größe zusammenziehen, sondern so groß bleiben, was wiederum zur Folge hat, dass ihr weniger schnell satt werdet. Think about it.)
Das war’s für’s erste.

Jade

Ausreden

Dezember 9, 2012

Jeder kennt sie: Diese typischen Ana- Ausreden. Ich habe aber leider das Problem, dass die bei meiner Mutter und Oma nicht mehr ziehen. Deswegen habe ich so meine eigenen Methoden entwickelt, alles zu vertuschen. Vielleicht bringen sie euch was.

1. Bewegungsdrang

Warum du stundenlang draußen spazieren gehst? Du bist mit eurem Hund Gassi gegangen.

Ihr habt keinen Hund? Aber vielleicht ein Tierheim in deiner Nähe. Die Leute da freuen sich immer, wenn jemand ihre Tiere ausführt. Deine Mutter wird sicher verstehen, warum du dich ehrenamtlich betätigst!

Auch kein Tierheim in deiner Nähe, das Hilfe braucht? Du hast sicher eine Kamera. Und die Landschaft/Architektur/Leute in deiner Umgebung sind doch sooo sehenswert. Außerdem musst du in Kunst ein Projekt machen, ihr nehmt gerade Photographie durch. Oder du sammelst für Bio Pflanzen (Dann solltest du aber auch welche mitbringen). Ihr macht gerade ein Herbarium.

Es ist Winter? Egal. Winterbilder sind auch was schönes. Dir war zudem gerade immens nach eine Spaziergang, du hattest nämlich Kopfschmerzen, und frische Luft hilft da ja bekanntlich sehr gut.
Warum du regelmäßig spazieren gehst? Natürlich um dein Immunsystem zu stärken.

Du gehst nicht nur spazieren, sondern auch noch joggen? Ihr macht in Sport doch bald Ausdauerlauf, da musst du trainieren!
Ausdauerlauf im Winter? Natürlich nicht. Du bist nur so vorausschauend, dass du jetzt schon mal fürs Frühjahr trainierst.

Warum du ständig Bauchmuskeltraining machst? Deine Mutter hat bestimmt schon mal was von Bandscheibenvorfällen gehört. Oder anderen Rückenerkrankungen. Die kann man mit genügen Rückenmuskulatur vorbeugen, welche aber erstmal aufgebaut werden muss. Das machst du gerade. Man braucht aber immer ein gesundes Gleichgewicht, deswegen trainierst du auch die Bauchmuskeln.

Warum du immer mit dem Fuß wackelst/Bein wippst? Du bekommst doch so schnell Krämpfe im Fuß, und hast rausgefunden, dass dies nicht der Fall ist, wenn du ihn ständig bewegst.

 

2. Essensverweigerung

Hier ist es meistens schlauer, wenn man nicht direkt verweigert, sondern die Eltern es einfach garnicht mitbekommen. Die altbekannten Tricks wie Essen möglichst klein schneiden und zu einem Haufen schieben, beim Essen reden, viel trinken und gut kauen sind da schonmal ein guter Anfang. Hier gehts dann weiter:

Nimm dir wenig Essen. Verteile es aber gut auf deinem Teller, schneide dann alles klein. Mach dir eine Gabel voll und iss sie. Die nächste volle Gabel führst du zwar zum Mund, aber bevor du isst, fällt dir was wichtiges ein, was heute in der Schule/ auf dem Heimweg/bei deiner Freundin/ der Tante von der Oma von einem Klassenkameraden passiert ist.

Schau dir genau an, was deine Mutter heute gekocht hat. Nudeln mit Käsesoße und Salat? Liegt ja wohl auf der Hand, wovon du dir am meisten nimmst: dem Salat. Etwa das doppelte einer normalen Portion. Als nächstes Nudeln: nimm dir die Hälfte von dem, was andere essen. Soße: Du nimmst dir auch Soße. Allerdings gibst du sie nur über eine Hälfte der Nudeln, die andere bleibt pur. Jetzt darfst du den Salat und die trockenen Nudeln essen. Die Soße-Nudeln bleiben liegen, du warst einfach so satt. Hier hilft es, wenn man sehr langsam isst, dann fällt nicht so sehr auf dass man nur wenig gegessen hat. Man sollte, um abwägen zu können, natürlich wissen, was tendenziell weniger bzw mehr Kalorien hat.
Tipp: Wasser(also Suppen..)  ist Proteinen vorzuziehen, Proteine(Fleisch, Eier, Milchprodukte…) sind besser als Kohlenhydrate( Nudeln, Brot, Kartoffeln, Reis…), sind besser als Fette (Butter, Öl…)

Nimm dir wenig. Versuche, deinen Teller so gut es geht mit deinem Trinkglas, einer Salatschüssel, der Ketchupflasche etc, abzuschirmen. Schiebe dein Essen immer auf die Seite vom Teller, die für andere einsehbar ist.

Nimm dir wenig, iss schnell auf und räume deinen Teller ab. Sage, du musst noch ganz dringend was für die Schule machen. Im Idealfall nimm das Essen mit aufs Zimmer und werfe es bei Gelegenheit ins Klo.

Entwickle nach und nach eine Abneigung gegen…. alles. Am Anfang würde ich Fleisch nehmen, dann Käse und spezielle Gerichte wie Pommes, Nudeln mit fettigen Soßen… Ganz ok sind Suppen (die ohne Sahne und Milch), Eintöpfe, Salate, Gemüse und Obst. Steck deiner Mutter einfach, dass es letztens bei einer Freundin total leckeren Gemüseeintopf gab, und das dein neues Lieblingsgericht ist.

Täusche Lebensmittelunverträglichkeiten vor. Am besten gegen Gluten und Laktose, werde dazu noch Vegetarier und du kannst quasi nur noch Gemüse essen. Aber passt auf, dass ihr nicht für Tests zum Arzt geschleppt werdet.

Wenn mir noch mehr einfällt, werde ich es ergänzen.

Jade

9-12-2012

Dezember 9, 2012

Manchmal frage ich mich, warum ich eigentlich gestört bin. Wie es dazu kommen konnte.
Weil ich Probleme habe, ja. Einfach so wird wohl niemand magersüchtig. Zumindest kann ich mir das nicht vorstellen. Wir alle haben Probleme: Depressionen, Übergewicht… Es gibt viele.
Oft bin ich traurig, und in letzer Zeit war es besonders schlimm. Ich habe über Selbstmord nachgedacht, warum, das erspare ich euch lieber. Ich lag also da, und habe überlegt, wie ich mich am besten umbringen könnte. Aber alles was mir einfiel, war mir zu brutal, oder zu schnell. Ich wollte nicht, dass es schnell geht. Im Notfall wollte ich es noch aufhalten können.
Einfach langsam verschwinden, immer weniger werden –  es war perfekt. So fing es wieder an. Mittlerweile will ich nicht mehr verschwinden. Aufhören werde ich trotzdem nicht. Es macht mich stolz, gibt mir das Gefühl, dass ich wenigstens über einen winzig kleinen Teil meines Lebens noch die Kontrolle habe. Ein nettes Nebenprodukt ist natürlich ein wunderschöner Körper. Damit rechtfertige ich mein Verhalten teilweise auch vor mir selbst. Hör auf das zu essen, es macht dich nur unglücklich. Und außerdem, wie willst du sonst jemals gut in Leggins aussehen?
Meistens klappt das.
Es gibt noch viele weitere Gründe, schließlich war ich schon mal mitten drin, jünger, und ohne Suizidgedanken. Was damals meine Gründe waren, weiß ich nicht mehr. Aber losgekommen bin ich nicht mehr von dieser Besessenheit. Im Kopf zählt man ja doch immer Kalorien. Ob es einen stört oder egal ist, das macht den Unterschied.

Jade

Me Ipsum

Dezember 6, 2012

Hier ein Link zu einem tollen Blog, den ich sehr gerne lese. Sie schreibt auf eine erfrischende Art und Weise über unser Leiden, und schafft es, meine Gedanken in Worte zu fassen.

http://hungrigesleben.wordpress.com

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Viel Spaß beim Lesen

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Jade

6-12-2012

Dezember 6, 2012

52,0!
Endlich – eines meiner Streckenziele ist erreicht.
Ich dachte schon, nach meinem Fressanfall vom Dienstag würde ich es diese Woche nichtmehr schaffen, Denn zwischendurch wog ich wieder 53. Aber da hat es sich wohl gelohnt gestern, auf die Pizza zu verzichten.
Solche Moment sind natürlich gerne gesehen bei einer wie mir. Erfolg!
Da ist man doch gleich viel motivierter, weiter zu machen.
Stay strong!

Jade

5-12-2012

Dezember 5, 2012

Heute ist Nikolausabend und damit ist die erste Etappe auf dem Kreuzweg Weihnachten geschafft. Ich bin eigentlich nicht gläubig, aber meine restliche Familie. Deswegen kamen heute einige Verwandte und es gab Geschenke. Natürlich Schokonikoläuse. Die sind nicht das Problem, die kommen einfach in meine Kiste-der-ungegessenen-Süßigkeiten. Viel schlimmer war, dass sie Pizza mitgebracht haben. Spontan. Spontan an einem Abend Pizza mit Kohlenhydraten und Fett essen…das geht einfach nicht. Aber bring das mal einer Oma bei.

Und ich hasse einfach diese Intoleranz die manche Menschen an den Tag legen, man wird behandelt wie ein Kind, als wäre ich blöd. Natürlich verstehen sie nicht, warum ich vor meine Lieblingspizza sitze und sie unberührt stehen lasse, lieber eine Tasse Tee trinke. Aber sie könnten wenigstens so tun. Und nicht sagen: Kiiiind, iss doch was, du musst essen, du bist schon ganz dünn! Das ist doch keine Krankheit, du musst nur essen!

Heilt man ein Blinden, indem man ihm sagt, er soll doch einfach mal die Augen aufmachen und sehen? Ungefähr genauso unmöglich ist es für mich, ‚einfach‘ zu essen. Sicher, ich verliere manchmal die Kontrolle, aber nur manchmal, und wenn ich sie gerade habe, dann lasse ich sie nicht für ein ekelhaftes Stück Pizza los. Niemals.
Wie können die nur alle so ohne Hintergedanken dieses ganze fettige Zeug in sich reinstopfen, ich werde es nie verstehen.

Jade