18-12-2012

Dezember 18, 2012

Es gibt Momente, in denen ich mich selbst verfluche. Mich und meine Krankheit. Manchmal beneide ich andere dafür, nicht ich zu sein. Hört sich krank an? Ist es auch. Immerhin bin ich die meiste Zeit stolz auf meine Disziplin, die Macht, die Kontrolle die ich habe. Aber in manchen Augenblicken ist es, als würde ich zur Einsicht kommen. Die dicke Frau im Zug, die  um 18 Uhr einfach so ein Wurstbrötchen essen kann. Meine Familie, wie sie ohne Nachdenken einfach zu Mittag essen können. Meine Klassenkameraden, die in der Pause einfach ihr Brot essen. Ich, die immer dasitzt und zusieht. Ich wäre schon gerne normal, würde das gerne auch alles können. Gesund sein. Andererseits – dann wäre ich auch fett, würde mich über Cellulite und schwabbelige Oberschenkel wundern. Genauso enden die Momente der Einsicht auch: Ich werde von meiner inneren Stimme angeschrien, was ich eigentlich glaube wer ich bin. Jeder kann normal essen. Ich muss stark sein. Nagut.
Und außerdem, es geht immer weiter, ich bin noch lange nicht am Ziel, es gibt immernoch dünnere als ich, attraktivere, nein, nein, nein, das kanns doch nicht sein. Mach weiter, Jade, mach weiter. Gib nicht auf. Nagut.
Und ich gehorche ihr, der Stimme, immer wieder. Und wenn ich nicht gehorche, dann zwingt sie mich, mich selbst zu bestrafen. Früher durch extrem viel Sport. Seit neustem durch Erbrechen. Ich hasse es jetzt schon, aber ich muss es tun. Das hört sich vielleicht verrückt an. Immerhin muss ich theoretisch garnichts. Ich könnte es ja einfach lassen, aber das geht nicht. Auch wenn ich wollte. Was nicht oft der Fall ist. Also gehorche ich und lebe weiter unter Anas Regime.

Hungrige Träume,

Jade

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