Juni 16, 2013

Mittlerweile esse ich nur noch Obst, Gemüse und Sojaprodukte. Bei allem anderen muss ich mich hinterher übergeben. Ich hasse das Gefühl, satt zu sein. Also mus alles raus. Aber das kotzen hasse ich genauso. Deshalb will ich ja aufhören, aber immer wenn ich es mir vornehme, wandern  meine Beine zur Toilette und die Finger in den Hals. Als würde mein voller auch sie dazu zwingen.

Und das ist letztendlich so paradox. Man tut alles um sein Leben zu kontrollieren und wir schließlich von Zwängen aller Art kontrolliert. Wenn sich das ganzen wenigstens lohnen würde. Aber nein – man fühlt sich fett wie eh und je. Wenn nicht noch schlimmer.

Wenn du also eine bist, die versucht abzunehmen und denkt, Kotzen wäre der Masterplan: vergiss es. So habe ich auch gedacht. Und was ist aus mir geworden? Ein nach Kotze stinkendes, abhängiges Wesen, das genauso dick ist wie vorher.

Ich würde dir also dringend von dieser Methode abraten. Weder effektiv noch annähernd gesund

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08-01-2013

Januar 8, 2013

Alles läuft so scheiße zurzeit. Ich weiß auch nicht.
Ich freue mich schon darauf alleine zu wohnen, wirklich. Nicht nur weil ich ein ziemlicher Einzelgänger bin.
Das Problem ist, dass alle anderen so normal sind. Normal essen. Brot essen. Und Käse. Und sowas liegt bei uns in Massen rum zu Hause.
Wenn ich einkaufe, dann immer nur Sachen deren Nährwert unter 200 Kcal pro 100 Gramm liegt. Aber was nutzt mir das, in Momenten der Schwäche kommen mir Brot und Käse doch gerade recht, und ich stopfe es dann in mich rein.
Es erinnert einen ja auch täglich an die Regeln… Dass ich das nicht essen darf. Mittlerweile hat sich eine Liste Lebensmittel herauskristallisiert, die ich essen kann ohne danach das Bedürfnis zu haben, mich übergeben zu müssen.
-Tofu ( 80-100 kcal pro 100 g. )
-Tomaten ( 18 kcal/100 g. )
– Rote Bete ( 80 kcal / 100 g. )
– Brokkoli ( 20 kcal / 100 g. )
– Apfel ( 60 kcal / 100 g.)
– Ananas ( 20 kcal / 100 g. )
– Melone ( 15 kcal / 100 g. )
– Salat ( 20 kcal / 100 g. )
– Dosenpilze ( 30 kcal / 100 g. )
– Spargel aus dem Glas ( 60 kcal / 100 g.)
– Gewürzgurken ( 60 kcal / 100 g.)
– Khaki ( 75 kcal / 100 g.)
– sämtliches Gemüse

Das sind ca. 70% von dem was ich am Tag esse, aber dazu kommen dann immer noch so Sünden wie Ziegenkäse, Knäckebrot, Jelly Beans etc.
Oder Sachen, die scheinbar wenig Kalorien haben, aber eigentlich voll reinschlagen. Wie heute. Grießklöschensuppe. Erstmal total fettige Fleischbrühe ( hätte ich normal eh verweigert aber ich hatte wirklich Magenknurren!) und dann noch 1000000 Kilo Kohlehydrathe in den Klößen…
So, genug zusammenhanglos geredet.

Jade

PS: Nothing tastes as good as skinny feels – wie wahr!

06-01-2013

Januar 6, 2013

Es ist so schlimm geworden. Vor 3 Wochen noch war ich kontrolliert, diszipliniert. Ich konnte heute sagen, was ich vor 5 Tagen alles gegessen habe. Jede Kalorie habe ich gezählt? Was ist nur aus mir geworden`?!
Ich kann nichtmal mehr sagen was mein Frühstück war. Allein dass ich frühstücke ist ekelhaft. Der Tag beginnt mit: Fressen.

Es geht weiter mit: Fressen.

Und: Fressen

Und nach jeder Mahlzeit renne ich aufs Klo und kotze. Natürlich kommt nur ein Bruchteil wieder raus, egal. So oft, dass mir am Ende von Tag der Rachen und Hals wehtut, meine Fingerknöchel knallrot sind un von meinem Augen-Make-up sogut wie nichts mehr übrig ist.

Was soll ich nur machen, früher habe ich mir gewünscht kotzen zu können um kleinere Kontrollverluste ausradieren zu können, jetzt kotze ich nicht, weil ich gefressen habe, sonder fresse, weil ich kotzen kann und das ist SO verkehrt! Aber ich kann es nicht lassen. Ich habe Angst, daran kaputt zu gehen. Ich will keinen Speiseröhrenkrebs, geplatzen Magen, kaputte Zähne und all den Scheiß. Ich will das nicht. Wenn ich schon kaputt gehe, dann bitte schön und dünn.

Ich hoffe und bete, dass es besser wird. Es ist halb 4 und ich habe nochnicht gekotzt.

Jade

31-12-2012

Dezember 31, 2012

Hilfe!
Gestern Abend war ich mit meinem Freund essen. Habe einen Salat bestellt… Aber es war soviel und ich habe mich danachso ekelhaft voll gefühlt… Also habe ich gesagt, dass ich mal zur Toilette müsse. Und was sagt er?! „Na, du gehst eh kotzen“
Oh Gott scheiße, ich wusste ja, dass er aufmerksam ist, aber so?! Ich hoffe es war nur ein Scherz, ich meine: Solange mache ich das ja noch garnicht. Und ich bemühe mich auch immer, nicht direkt nach dem Essen zu verschwinden, sondern zu warten. Er kann das garnicht wissen.
Ich bin dann trotzdem gegangen, und der Salat ist auch zur Hälfte im Klo gelandet. Danach ging es mir gleich viel besser.
Ich bete, dass er nichts merkt.

Jade

30-12-2012

Dezember 30, 2012

Wenn ich zu Hause bin, ist alles einfacher. Einfacher zu verschwinden, unscheinbar zu sein. Einfacher nichts zu essen, oder zu kotzen ( Früher fand ich Wort wie Aktion ekelhaft, mittlerweile ist es ein täglicher Begleiter). Meine Mutter findet meine Essgewohnheiten gut ( „So gesund!“ ). Liegt wohl daran, dass sie mich nur Salat und Gemüse essen sieht. Und den Kuchen oder die Nudeln… Naja, was damit passiert weiß sie nicht. Aber es reicht ihr, mich sowas essen zu sehen, um sich keine Sorgen zu machen.
Mein Vater findet es gut, dass ich soviel Sport mache.
Lediglich der Schwester fällt manchmal auf, dass ich nichts essen, aber sie ist zu klein um sich deshalb Gedanken zu machen.
Wenn ich jetzt aber zu meinem Freund fahre, habe ich als erstes mal fast eine Woche keine Wage. Was eine mittlere Katastrophe bedeutet – ich bin ein absoluter Kontrollfreak. Außerdem habe ich ständig Gesellschaft, die auf einen aufpasst. Keine ruhige Minute zum Kotzen. Und einfach Mahlzeiten ausfallen lassen kann ich auch nicht. Ich werde mich wohl oder übel von meinem 51 Kilo (fast!) verabschieden müssen. Hach.

Traurigst,
Jade

26-12-2012

Dezember 26, 2012

Ich merke die Veränderung. Irgendetwas ist anders. Ich werde wieder gezwungen zu essen, von mir selbst. Ich habe keine Kontrolle mehr. Das ist schrecklich, Essen war das einzige was ich kontrollieren konnte, und jetzt entgleitet mir auch das. Man sieht es an meinem Gewicht, an meinem aufgeblasenen Bauch. Niemals hätte ich früher Tortellini gegessen. Vanille-Eis. Allein der Gedanke daran lässt mich schaudern, und doch ist es in mir drin, dieses ekelhafte, nahrhafte Zeug was mich so schnell wieder so fett macht. Ich brauche einen Plan.
Es fällt mir leichter, mich an geplante Regeln zu halten, Hier kommen sie:

Morgens: Tee
Mittags: Tee
Abends: Tee

 

Schön wärs. Ich hasse mich, ich hasse Kontrollverlust, ich hasse dicke Oberschenkel und Hüften in die meine Hose einschneidet. Ich hasse mich. Ich denke, als Strafe für meine Unbeherrschtheit und das ganze Fett werde ich mir meine erkämpfte und heiß geliebte Leggins abnehmen. Sowas Fettes wie ich ist bei weitem nicht würdig genug, eine Leggins zu tragen.

Jade

Dezember 26, 2012

#19

25-12-2012

Dezember 25, 2012

Dinge, sie ich in zwei Wochen über das Kotzen rausgefunden hab:

1. Man sollte stehen und den Kopf möglichst weit runter nehmen. Dann kommt’s leichter. Hat wasit Schwerkraft zu tun, würde ich sagen.

2. Je mehr Übung man hat, desto mehr kommt auch auf einmal raus.

3. Halb-verdautes Essen schmwckt ekelhaft. Am besten während dem Essen gut kauen und dann so schnell raus wie möglich.

4. Es ist nicht gut vorher Wasser zu trinken, weil….
– flüssige Kotze unberechenbar ist. Die landet überall, ausser da wo sie hinsoll.
– wässrige Kotze wiederlich schmeckt. Nämlich nach Magensäure. Wenn ihr euren Mageninhalt nicht verdünnt, hat er nen unverfälschten Geschmack.
– ihr nur eine bestimmte Menge rausbekommt. Wenn vorhanden, kot bevorzugt Wasser hoch und der Rest bleibt unten.

5. Kalte Essen auskotzen ist ein ekelhaftes Gefühl. So wie zu heißen Tee trinken nur andersrum. Und kalt.

6.Mund danach nur ausspülen, nicht putzen. Tut euren Zähnen den Gefallen.

7. Nach dem Kotzen Wasser trinken. Um die Säure in eurer Speiseröhre runterzuspülen.

8. Nehmt euch was zum Mundausspülen mit auf Toilette. Wenns beim ersten Mal Finger-in-den-Hals nicht klappt und nur Galle kommt, könnt ihr euren Mund ausspülen und müsst eurem Finger nicht in eine Schleimhöhle stecken.

9. Danach viel zu trinken ist auch wichtig, um Dehydrierung vorzubeugen.

10. Um möglichst leise sein zu können, trinkt kein kohlensäurehaltiges Wasser. Redet nicht beim Essen. Das bringt Luft in euren Magen, die später diese Geräusche macht. Außerdem könnt ihr euch vor dem Kotzen 1 Minute vornübergebeugt hinstellen, dann läuft der Brei in euch zur Öffnung runter und die Luft nach oben.

11. Haare-Zusammenbinden ist Pflicht. Aber nicht vergessen, sie wieder zu lösen. Könnte sonst Fragen aufwerfen.

12. Kotzen ist wie Selbstbefriedigung. Zwischendurch nicht aufgeben und ihr habt Erfolg.

Jade

22-12-2012

Dezember 23, 2012

Ich mag Tage mit viel Wasser, viel Sport und wenig Essen. Gestern war ein Tag mit viel Essen, wenig Wasser und keinem Sport. Dementsprechend fühle ich mich auch: Fett, voll, undiszipliniert, außer Kontrolle. Es ist schon ewig nichtmehr vorgekommen, dass ich morgens ohne Hunger aufgewacht bin. Heute, am Tag danach, hab ich mich sogar ekelhaft satt gefühlt.
Was man essen muss, um das zu schaffen? Naja es waren ca. 3 Brötchen mit Hummus, Obst, einen Löffel Erdnussbutter, eine halbe Dose Pringles, 100 g Nic Nacs, Kuchen, ich kann nichtmehr sagen ob da für einen normalen Memschen viel ist. Für mich aber schon. Vor allem alles voller Zucker, Fett, Kohlenhydrate und einfach total hochkalorisch.

Jade

18-12-2012

Dezember 18, 2012

Es gibt Momente, in denen ich mich selbst verfluche. Mich und meine Krankheit. Manchmal beneide ich andere dafür, nicht ich zu sein. Hört sich krank an? Ist es auch. Immerhin bin ich die meiste Zeit stolz auf meine Disziplin, die Macht, die Kontrolle die ich habe. Aber in manchen Augenblicken ist es, als würde ich zur Einsicht kommen. Die dicke Frau im Zug, die  um 18 Uhr einfach so ein Wurstbrötchen essen kann. Meine Familie, wie sie ohne Nachdenken einfach zu Mittag essen können. Meine Klassenkameraden, die in der Pause einfach ihr Brot essen. Ich, die immer dasitzt und zusieht. Ich wäre schon gerne normal, würde das gerne auch alles können. Gesund sein. Andererseits – dann wäre ich auch fett, würde mich über Cellulite und schwabbelige Oberschenkel wundern. Genauso enden die Momente der Einsicht auch: Ich werde von meiner inneren Stimme angeschrien, was ich eigentlich glaube wer ich bin. Jeder kann normal essen. Ich muss stark sein. Nagut.
Und außerdem, es geht immer weiter, ich bin noch lange nicht am Ziel, es gibt immernoch dünnere als ich, attraktivere, nein, nein, nein, das kanns doch nicht sein. Mach weiter, Jade, mach weiter. Gib nicht auf. Nagut.
Und ich gehorche ihr, der Stimme, immer wieder. Und wenn ich nicht gehorche, dann zwingt sie mich, mich selbst zu bestrafen. Früher durch extrem viel Sport. Seit neustem durch Erbrechen. Ich hasse es jetzt schon, aber ich muss es tun. Das hört sich vielleicht verrückt an. Immerhin muss ich theoretisch garnichts. Ich könnte es ja einfach lassen, aber das geht nicht. Auch wenn ich wollte. Was nicht oft der Fall ist. Also gehorche ich und lebe weiter unter Anas Regime.

Hungrige Träume,

Jade